Fachtagung Stiftung Kapitalmarktunion
Geldpolitik im digitalen Zeitalter – Herausforderungen, Chancen und die Zukunft der europäischen Finanzarchitektur
mit der EBS Universität für Wirtschaft und Recht
Die Digitalisierung bringt nicht nur neuartige Vermögenswerte und Währungen hervor, sondern verändert grundlegend, wie Finanzmärkte funktionieren und wie Geldpolitik wirkt.
Mit der Einführung digitaler Währungen – ob privat (Stablecoins) oder öffentlich (CBDC) – und einer Tokenisierung strukturierter Finanzierungen stehen Zentralbanken, Finanzinstitute und Regulierer vor einer historischen Aufgabe: die Neuausrichtung geldpolitischer Rahmenbedingungen für eine digitale Ära.
Auf dieser Stiftungstagung diskutieren führende Stimmen aus Zentralbanken, Finanzindustrie, Wissenschaft und Aufsicht:
Wie wirken sich Digitalisierung und die Einführung digitaler Währungen auf die Finanzmarktarchitektur aus?
Welche Implikationen hat diese Entwicklung für das klassische Einlagen- und Kreditgeschäft und den geldpolitischen Transmissionsmechanismus?
Was bedeutet der Eintritt von Nichtbankintermediären bei digitalen Zahlungen und Finanzierungen für die Finanzstabilität?
Welche regulatorischen und operationellen Anpassungen der Geldpolitik sind erforderlich, um die Finanzsouveränität und wirtschaftliche Resilienz Europas im digitalen Zeitalter zu gewährleisten?
Ziel der Tagung ist es, handlungsorientierte Impulse für eine zukunftsfähige Finanzarchitektur zu setzen – eine, die Europa als globalen Akteur positioniert und gleichzeitig die Finanzierung von Innovation und Wachstum sichert.
Agenda
Freitag, 13. November 2026
| 8.30 Uhr | Registrierung und Networking |
| 9.00 Uhr | Begrüßung und Einführung Prof. Dr. Ferdinand Mager, CFA, EBS Universität und Vorstand der Stiftung Unternehmensfinanzierung |
| 9.15 Uhr | Geldpolitik im Wandel: Wie verändert die Digitalisierung die Geldpolitik und welche Implikationen hat dies für die europäische Souveränität Prof. Dr. Ulrike Neyer, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf |
| 09.50 Uhr | Finanzinfrastruktur im Wandel: Mehr Komplexität aufgrund von Disintermediation und fragmentierter monetärer Digitalisierung? Keynote: Prof. Dr. Co-Pierre Georg, Frankfurt School of Finance and Management, South African Reserve Bank |
| 10.25 Uhr | Offene Diskussion |
| 10.45 Uhr | Kaffeepause (15 Min.) |
| 11.00 Uhr | Erfahrungen mit Stablecoins, Tokens und sich wandelnder Finanzmarktarchitektur N.N. N.N. |
| 12.00 Uhr | Mittagspause (60 Min.) |
| 13.00 Uhr | Praxis der digitalisierten monetären Welt Bert Staufenbiel, KfW |
| 14.00 Uhr | Kaffeepause (20 Min.) |
| 14.20 Uhr | Aufsichtliche Behandlung von Stablecoins, tokenisierten Vermögenswerten und Decentralised-Finance Strukturen Michael Theurer, Bundesbankvorstand, Deutsche Bundesbank |
| 15.00 Uhr | Podiumsdiskussion: Ein digitaler Impuls für die wirtschaftliche europäische Souveränität? Panel: |
| 15.50 Uhr | Abschluss und Ausblick Prof. Dr. Ferdinand Mager, CFA, EBS Universität und Vorstand der Stiftung Unternehmensfinanzierung |
| Ab 16.00 Uhr | Networking Reception |

Prof. Dr. Ferdinand Mager
Prof. Dr. Ferdinand Mager ist seit 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Bank- und Finanzmanagement an der EBS Business School. Zuvor war er Associate Professor für Finance an der Queensland University of Technology in Brisbane, Australien. Sein Schwerpunkt liegt in der empirischen Kapitalmarktforschung, gegenwärtig insbesondere in den Bereichen Informationsverarbeitung (High Frequency) und der betrieblichen Altersversorgung.

Prof. Dr. Ulrike Neyer
seit 2007: Professorin für Volkswirtschaftslehre, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
2006: Habilitation an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (venia legendi: Volkswirtschaftslehre); Thema der Habilitationsschrift: “The Design of the Eurosystem´s Monetary Policy Instruments”
2000 - 2006: Wissenschaftliche Assistentin; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl von Prof. Dr. Rüdiger Pohl (2004: Mutterschutz/Elternzeit)
1999: Promotion an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg;
Thema der Dissertation: “Fehlallokation von Kapital als Folge asymmetrisch verteilter Informationen auf den Kreditmärkten - Implikationen auf den Aufbauprozess der ostdeutschen Wirtschaft”
1994 - 1999: Wissenschaftliche Mitarbeiterin; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl von Prof. Dr. Rüdiger Pohl
1993 - 1994: Firmenkundenbetreuerin; Vereins- und Westbank AG, Hamburg
1988 - 1993: Studium der Volkswirtschaftslehre (8. Semester an der Universität Hamburg, 2 Semester an der University of Wales in Swansea, Großbritannien); Studium der Japanologie (Nebenfach, 4 Semester an der Universität Hamburg)
1986 - 1988: Ausbildung zur Bankkauffrau, Vereins- und Westbank AG, Hamburg

Prof. Dr. Co-Pierre Georg
Co-Pierre Georg ist Professor of Practice in Digital Finance and Technology an der Frankfurt School of Finance & Management und Direktor des Frankfurt School Blockchain Center. Er forscht im Bereich der Finanztechnologie. Seine Forschung wurde in führenden internationalen Fachzeitschriften wie dem Journal of Economic Theory, Research Policy, Operations Research und Nature Physics veröffentlicht. Er promovierte in Volkswirtschaftslehre an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und absolvierte seinen Master am Karlsruhe Institut of Technology. Zuvor war Co-Pierre Georg als Professor an der Universitaet Kapstadt tätig, wo er den NRF/DSI Dual Research Chair in Blockchain Technology innehatte. Er war ausserdem Oekonom am Forschungszentrum der Deutschen Bundesbank und ist Research Associate am Center for Global Legal Transformation an der Columbia University und der Oxford Martin School for the 21st Century.

Michael Theurer
Michael Theurer ist seit September 2024 Mitglied im Vorstand der Deutschen Bundesbank und dort verantwortlich für die Kernleistung Finanzaufsicht und Finanzstabilität. In dieser Funktion ist er zudem Mitglied im Aufsichtsgremium des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus bei der Europäischen Zentralbank, Mitglied im Ausschuss für Finanzstabilität sowie Mitglied im Committee on the Global Financial System der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.
Vor seiner Tätigkeit im Vorstand der Deutschen Bundesbank war der diplomierte Volkswirt von 2017 bis 2024 Mitglied des Deutschen Bundestages und in dieser Zeit von 2021 bis 2024 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr sowie von 2022 bis 2024 Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr.
Von 2009 bis 2017 war Theurer Mitglied des Europäischen Parlaments und in der Zeit von 2011 bis 2014 Vorsitzender des Haushalts-Kontrollausschusses des Europäischen Parlaments.
Als Mitglied der FDP war Theurer von 2013 bis 2024 Beisitzer im Präsidium der FDP-Bundespartei und Landesvorsitzender der FDP Baden-Württemberg sowie von 2017 bis 2021 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion.
Von 1995 bis 2009 war Theurer Oberbürgermeister der Stadt Horb am Neckar.
© Foto: Alexandra Lechner

Dr. Nick Wittek
Dr. Nick Wittek ist Partner bei Jones Day. Er bringt neben seiner mehr als 20 jährigen Erfahrung bei strukturierten Finanzierungen, Derivaten und Asset Management ein umfassendes Verständnis und Begeisterung für technologische Innovationen mit. Seit annähernd einem Jahrzehnt liegt ein besonderer Fokus daher auf Blockchain basierten Finanzprodukten, (Finanzmarkt-)Infrastrukturen, DeFi, Industrie 4.0 und digitalen Identitäten.
Sein Beratungsspektrum umfasst: klassische Verbriefungen, Kreditfonds, ABS, CLOs, Schuldscheindarlehen, ABCP-Programme, (ISDA-)basierte Swaps und Derivate, (besicherte) Repos, Repackagings, Secured-Note-Programme, Asset-basierte Kredite, Factoring, Finanzierung von Handelsgeschäften sowie Derivate- und Wertpapierclearing und -settlement sowie regulatorische Fragen und Emissionen nach dem neuen Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG).
Nick ist Teil der Jones Day FinTech Task force. Er berät schwerpunktmäßig seit annährend einem Jahrzehnt im Banken- und Industriesektor traditionelle Marktteilnehmer und FinTechs bei der Strukturierung und Implementierung von Distributed Ledger und Blockchain basierten (Kapitalmarkt-)Produkten wie (sog. utility and security) Token, Stable Coins and Central Bank Digital Currencies (CBDC), Tokenisierung von Vermögenswerten, Kryptoverwahrung, Digitalen Assets und digitalen Identitäten sowie den regulatorischen Fragen hierzu, insbesondere im Bereich der Markets in Capital Infrastructure Regulation (MiCAR) und dem sog. DLT-Pilot-Regime. He has advised on a number of market first and award winning transactions.
Nick Wittek wird von JUVE für strukturierte Finanztransaktionen und von Legal 500 and Chambers für FinTech Beratung empfohlen. Er ist (Mit-)Autor mehrerer Artikel über die Verwendung von Distributed Ledger Technologie (DLT) und Blockchain im Bereich von Kapitalmarktprodukten und –infrastruktur, Cash on Ledger, Verbriefungen und Kreditfonds in Deutschland.

Bert Staufenbiel
Bert is currently working as a Senior Manager for KfW in Frankfurt am Main. His tasks at KfW encompass understanding new technologies & new work methods and how they can be applied and implemented into the treasury department. Since 2016 Bert is looking into the topic of Distributed Ledger Technology (DLT)/Blockchain. He has gained insides through various marquee DLT projects. Especially KfW first syndicated DLT-based bond and KfW bond issue to make use of the ECB exploratory work on new technologies for wholesale central bank money settlement. Bert was a mentor in the DeFi-Talents Program initiated by the Blockchain Center at Frankfurt School of Finance & Management. Prior to his shift looking into new technologies, he has work as Portfolio Manager in ABS and ABCP at KfW. From 2007 to 2010 he worked as a portfolio manager in the Structured Credit unit at Deka Investment GmbH. He started his career at the credit rating agency Fitch Ratings in the field of securitisation. Bert holds a business administration degree from Universität Potsdam as well as a Master of Science in “Risk Management & Regulation” from Frankfurt School of Finance & Management.